Kindergarten, Grundschule, Kinderkirche, Katechese, Kita | 3 bis 6-Jährige, 6 bis 10-Jährige

Biblische Geschichten mit Kinderliedern erleben

Publiziert am 08.02.2012 von Susanne Brandt
Sprache und Musik sind eng miteinander verwandt.
Die menschliche Stimme spielte in der mündlichen Sprache vor der Entstehung der Schriftsprache ebenso wie beim Gesang eine wichtige Rolle. In vielen ursprünglichen Kulturen wird die Verwandtschaft von Stimme und Instrument, Lied und Erzählung als ganz natürlich und selbstverständlich empfunden und gelebt. Unsere Sprache erzählt davon, wenn wir von "Wortklang" und "Satzmelodie" reden.
Beim flüssigen und sinngebenden Vorlesen und Erzählen von Geschichten werden musikalische Grundmuster oft unbewusst von uns erinnert und angewandt. Erst so kommt die Bedeutung der Worte wirklich bei den Hörenden an, verbindet sich mit Gefühlen und bleibt umso länger in guter Erinnerung.
In der frühen Phase der Sprachentwicklung beim Säugling lässt sich zwischen Sprache und Lauten kaum eine Trennung ausmachen und auch später bleiben die Übergänge stets fließend.
Die engen Bezüge zwischen Sprache, Musik und Rhythmik legen also nahe, diese auch bei einer ganzheitlich ausgerichteten Vermittlung von biblischen Geschichten spürbar werden zu lassen. Gerade in „Glaubenssachen“  bietet sich die  spielerische Verbindung von Lied und Text, gesungener und gesprochener Sprache in besonderer Weise an: Sie trägt viele Chancen in sich, um Sinne und Seele – bei Kindern wie bei Erwachsenen – nicht nur über das Verstehen von Wortbedeutungen, sondern ebenso über Klang und Gefühl für lebensbejahende und tröstliche Botschaften zu öffnen.

Dabei ermöglichen Lieder zugleich schöpferische und ästhetische Erfahrungen.
Mehr als der vorgelesene Text allein bringen sie die klangliche Schönheit der Sprache zum Ausdruck, wecken die Freude an Musik und regen die Fantasie bei der Mitgestaltung von Tönen und Bewegungen an.  
Hinzu kommt die gemeinschaftsstiftende und kommunikative Wirkung von Liedern: Wer zu einer Geschichte miteinander singt – ob zu zweit in der Familie oder als große Gruppe im Kindergarten – verbindet mit dem Gehörten eine wichtige Beziehungserfahrung: Ich bin nicht allein. Meine Stimme wird getragen im Konzert von anderen Stimmen. Freude und Trauer finden einen Ausdruck, lassen sich (mit-)teilen durch die Kraft des gemeinsamen Singens.
In vielen Religionen spielt das Singen als Vergewisserung und Ritual, als Meditation und Gebet eine zentrale Rolle. Auch das Leben in christlicher Gemeinschaft wäre kaum vorstellbar ohne die alten und neuen Lieder unseres Glaubens.
So natürlich und naheliegend das Singen als Ausdruck und Antwort auf Geschichten, Lebens- und Glaubenserfahrungen auch sein mag – selbstverständlich ist es nicht! Mehr denn je brauchen Kinder heute „Ermutigung zum Singen“ – und glaubwürdige Vorbilder. Denn aus vielen Bereichen unseres Alltags sind die Lieder heute durch andere Medien verdrängt worden. Ein Grund mehr, das Erzählen von biblischen Geschichten immer wieder mit dem Singen von Liedern zu verbinden: Damit die Worte lebendig werden und Widerhall finden. Damit eine Freude bleibt, die länger nachklingt, als das gesprochene Wort.

Kurz reinhören

in den Jona-Rap

in das Lied "Jesus segnet die Kinder"

in das Lied "Zachäus, das ist einer"

in das Lied "Zachäus"

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Susanne Brandt

Susanne Brandt

Susanne Brandt, Autorin von Liedern, Geschichten und Gedichten sowie von pädagogischen Praxisbüchern. Sie arbeitet als Lektorin bei der Büchereizentrale Schleswig-Holstein und ...
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