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Herzensbildung - Warum Kinder emotionale Intelligenz brauchen.
Publiziert am 01.11.2011 von Charmaine Liebertz
Denn dass es einen Zusammenhang zwischen Gefühlszustand und Konzentrationsfähigkeit gibt, ist heute bekannt. Die Hirnforscher können das belegen. Mit Angst oder Wut im Bauch lässt sich schlecht forschen und lernen, weil Gefühle unsere Sinne und Erinnerungen einfärben. Auch der Umgang mit anderen wird stark beeinträchtigt, wenn die eigenen Gefühle aus der Bahn geraten sind.
Inga Dammer sprach mit der Kölner Erziehungswissenschaftlerin und Leiterin der “Gesellschaft für ganzheitliches Lernen e.V.” Charmaine Liebertz über Emotionale Intelligenz und Herzensbildung und darüber, wie Eltern und Erzieherinnen diese bei Kindern fördern können.
Bei der “Herzensbildung” geht es um Persönlichkeitsentwicklung, und zwar im Hinblick auf mitmenschliche Qualitäten. Herzensbildung heißt Einfühlungsvermögen, sich selber gut zu kennen, andere zu respektieren, mitleiden zu können. Ein soziales Wesen zu werden. Sie ist die Ergänzung zur reinen Wissensvermittlung.
Aus Studien wissen wir, dass Kinder und Jugendliche mit hoher emotionaler Intelligenz über ein stabiles Selbstwertgefühl verfügen. Sie haben Strategien zur Problemlösung gelernt. Sie kennen Alternativen zu Drogen und Gewalt, um sich selbst zu spüren – ihren Körper und ihre Psyche.
Herzensbildung erfährt in unserem schnelllebigen Jahrzehnt eine Renaissance. Das Weltwissen verdoppelt sich alle fünf bis zehn Jahre. Eltern und Erzieher sollten sich auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen: auf eine ganzheitliche Erziehung mit Kopf, Herz und Hand. Die pure Wissensvermittlung erledigen die Medien mittlerweile viel schneller und ansprechender. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, müssen Kinder heute mehr denn je Eigenschaften haben wie Teamfähigkeit, Konfliktmanagement, die Kraft wieder aufzustehen.
Den bewussten Umgang mit den eigenen Gefühlen lernen – an diesem Punkt kann Erziehung ansetzen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Gefühl und Emotion. Ein Gefühl ist das, was ich im Körper wahrnehme. Zum Beispiel das Grummeln im Bauch, wenn ich Angst habe. Das Gefühl wird zur Emotion, wenn ich es bewusst wahrnehme und interpretiere. Und mit dieser Emotion kann ich umgehen lernen. Emotionen sind gemanagte Gefühle.
Wenn ein Kind zum Beispiel Angst hat vor der Dunkelheit, was ja ein berechtigtes Gefühl ist, kann ich mit ihm über diese Angst reden. Ich kann mit ihm zusammen Wege aus der Angst finden und ihm so ein differenzierteres Umgehen mit der Angst ermöglichen. Gefühle bilden die Gleise für den Zug des Lebens; wenn sie in der Kindheit breit angelegt werden, ist ein späteres Entgleisen unwahrscheinlich.
Sicherlich nicht. Mag sein, dass das Wort ein wenig antiquiert klingt. Ich habe es gewählt, weil Bildung mehr ist als eine Frage des Verstandes. Der Begriff Herzensbildung macht deutlich, dass die Wissensmenge nicht das einzige Gütekriterium für einen gebildeten Menschen ist. Er braucht ebenso Schlüsselqualifikationen aus dem Reich des Herzens, der Emotionalität und der Menschenkenntnis.
Der zeitgemäße Ausdruck hierfür ist emotionale Intelligenz. Sie basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung. Fühlen und Denken können nicht getrennt werden. Für Leistung muss ein emotionales Fundament bereit stehen. Es ist viel schwerer das emotionale Alphabet zu lernen als das Einmaleins. Die Lernschritte in der Herzensbildung sollten wir genauso anerkennen wie Sprachlernschritte. Und wir sollten sie mit genauso viel Kenntnis begleiten.
Ein verlässliches Urvertrauen entsteht am Anfang des Lebens. Kinder, die ein Trauma erlitten haben, die sexuell misshandelt wurden, können lebenslang emotional gestört bleiben. Sie brauchen die Hilfe von Fachleuten.
Generell kann man das Gefühlsgeflecht in einer Familie nur schlecht von innen, also als Mutter oder Vater, analysieren. Das gilt für jede Familie, auch für meine. In meinem Buch habe ich deshalb zum Thema Beratung einen großen Adressteil aufgeführt.
Humor ist der Schlüssel zur Welt. Mit dem Lächeln macht sich schon der Säugling die Welt wohl gesonnen. Lachen und Optimismus sind der Schlüssel zu anderen Menschen, sie sind ein Zeichen von emotionaler Intelligenz. Ein Chef, der Humor hat, kann sein Team viel besser motivieren. Ein Mensch, der über sich selbst lachen kann, ist etwas Wunderbares für seine Umwelt. Und seien wir ehrlich: Auch der Erziehungsalltag ist oft nur mit Humor zu meistern.
Inga Dammer sprach mit der Kölner Erziehungswissenschaftlerin und Leiterin der “Gesellschaft für ganzheitliches Lernen e.V.” Charmaine Liebertz über Emotionale Intelligenz und Herzensbildung und darüber, wie Eltern und Erzieherinnen diese bei Kindern fördern können.
Was ist “Herzensbildung”?
Bei der “Herzensbildung” geht es um Persönlichkeitsentwicklung, und zwar im Hinblick auf mitmenschliche Qualitäten. Herzensbildung heißt Einfühlungsvermögen, sich selber gut zu kennen, andere zu respektieren, mitleiden zu können. Ein soziales Wesen zu werden. Sie ist die Ergänzung zur reinen Wissensvermittlung.
Welche Vorteile bringt Herzensbildung?
Aus Studien wissen wir, dass Kinder und Jugendliche mit hoher emotionaler Intelligenz über ein stabiles Selbstwertgefühl verfügen. Sie haben Strategien zur Problemlösung gelernt. Sie kennen Alternativen zu Drogen und Gewalt, um sich selbst zu spüren – ihren Körper und ihre Psyche.
Herzensbildung erfährt in unserem schnelllebigen Jahrzehnt eine Renaissance. Das Weltwissen verdoppelt sich alle fünf bis zehn Jahre. Eltern und Erzieher sollten sich auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen: auf eine ganzheitliche Erziehung mit Kopf, Herz und Hand. Die pure Wissensvermittlung erledigen die Medien mittlerweile viel schneller und ansprechender. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, müssen Kinder heute mehr denn je Eigenschaften haben wie Teamfähigkeit, Konfliktmanagement, die Kraft wieder aufzustehen.
Wie kann man Emotionale Intelligenz fördern?
Den bewussten Umgang mit den eigenen Gefühlen lernen – an diesem Punkt kann Erziehung ansetzen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Gefühl und Emotion. Ein Gefühl ist das, was ich im Körper wahrnehme. Zum Beispiel das Grummeln im Bauch, wenn ich Angst habe. Das Gefühl wird zur Emotion, wenn ich es bewusst wahrnehme und interpretiere. Und mit dieser Emotion kann ich umgehen lernen. Emotionen sind gemanagte Gefühle.
Wenn ein Kind zum Beispiel Angst hat vor der Dunkelheit, was ja ein berechtigtes Gefühl ist, kann ich mit ihm über diese Angst reden. Ich kann mit ihm zusammen Wege aus der Angst finden und ihm so ein differenzierteres Umgehen mit der Angst ermöglichen. Gefühle bilden die Gleise für den Zug des Lebens; wenn sie in der Kindheit breit angelegt werden, ist ein späteres Entgleisen unwahrscheinlich.
"Herzensbildung" klingt ein wenig nach "Heile-Welt". Ist sie eine neue Form der "Kuschelpädagogik"?
Sicherlich nicht. Mag sein, dass das Wort ein wenig antiquiert klingt. Ich habe es gewählt, weil Bildung mehr ist als eine Frage des Verstandes. Der Begriff Herzensbildung macht deutlich, dass die Wissensmenge nicht das einzige Gütekriterium für einen gebildeten Menschen ist. Er braucht ebenso Schlüsselqualifikationen aus dem Reich des Herzens, der Emotionalität und der Menschenkenntnis.
Der zeitgemäße Ausdruck hierfür ist emotionale Intelligenz. Sie basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung. Fühlen und Denken können nicht getrennt werden. Für Leistung muss ein emotionales Fundament bereit stehen. Es ist viel schwerer das emotionale Alphabet zu lernen als das Einmaleins. Die Lernschritte in der Herzensbildung sollten wir genauso anerkennen wie Sprachlernschritte. Und wir sollten sie mit genauso viel Kenntnis begleiten.
Was kann man tun bei Kindern, deren Emotionen gestört sind?
Ein verlässliches Urvertrauen entsteht am Anfang des Lebens. Kinder, die ein Trauma erlitten haben, die sexuell misshandelt wurden, können lebenslang emotional gestört bleiben. Sie brauchen die Hilfe von Fachleuten.
Generell kann man das Gefühlsgeflecht in einer Familie nur schlecht von innen, also als Mutter oder Vater, analysieren. Das gilt für jede Familie, auch für meine. In meinem Buch habe ich deshalb zum Thema Beratung einen großen Adressteil aufgeführt.
Zum Schluss: Warum widmen Sie dem Lachen in Ihrem Buch ein eigenes Kapitel?
Humor ist der Schlüssel zur Welt. Mit dem Lächeln macht sich schon der Säugling die Welt wohl gesonnen. Lachen und Optimismus sind der Schlüssel zu anderen Menschen, sie sind ein Zeichen von emotionaler Intelligenz. Ein Chef, der Humor hat, kann sein Team viel besser motivieren. Ein Mensch, der über sich selbst lachen kann, ist etwas Wunderbares für seine Umwelt. Und seien wir ehrlich: Auch der Erziehungsalltag ist oft nur mit Humor zu meistern.
Charmaine Liebertz
Charmaine Liebertz, Lehrerin für die Sekundarstufe I, arbeitete zehn Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Köln im Bereich Heilpädagogik; seit 1996 leitet ...





