Vita

Elli Michler wurde am 12. Februar 1923 in Würzburg geboren, im Jahr der höchsten Inflation in einer politisch unruhigen und wirtschaftlich schlechten Zeit. Trotzdem verbrachte sie als Einzelkind in ihrer Familie, zu der neben der stark hörbehinderten Mutter und dem im kaufmännischen Beruf tätigen Vater auch noch die besonders geliebte Großmutter gehörte, eine glückliche und behütete Kindheit.

Doch bereits als Schülerin musste sie die Auflösung ihrer Klosterschule durch die Nazis miterleben, was für sie das abrupte Ende des ein­geschlagenen Bildungswegs ohne den geplanten Abschluss bedeutete. Nach ihrem sozialen Pflichtjahr in Berlin wurde sie in einem Würzburger Industrieverband dienst­verpflichtet. Nach sechs Jahren des Schreckens und der stumpfsinnigen Arbeit, nach Luftkrieg und Zerstörung der geliebten Heimatstadt kam für die bildungshungrige Elli Michler die entscheidende Wende ihres Lebens durch die freiwillige Mitarbeit beim Wiederaufbau des Würzburger Universitäts­betriebs.

In dieser Zeit begegnete sie auch dem Mann, der ihre große Liebe werden sollte: MM, den aus Kriegsgefangenschaft Entlassenen und Heimatvertriebenen aus Breslau, der in Würzburg unter primitivsten Verhältnissen sein Studium aufnahm und den sie drei Jahre später heiratete, nachdem sie selbst in dieser schwierigen Zeit ihr Studium als Diplom-Volkswirtin und auch er seine Vorbereitung auf ein Lehramt abgeschlossen hatten.
Bald nach der Geburt der Tochter musste die junge Familie nach Hessen umziehen, wo sie sich später in Bad Homburg niederließ.
Im März 2010 erhielt Elli Michler das Verdienstkreuz am Bande für ihr lyrisches Werk verliehen.  In der Begründung des Bundespräsidenten heißt es: „Die Verleihung ist als Dank und Ansporn für den Rückhalt, den Sie vielen Lesern Ihrer Lyrik durch Ihre lebensbejahende Art geben, anzusehen.“

Am 18. November 2014 starb Elli Michler im Alter von 91 Jahren.