Gedächtnistraining mit Senioren

Publiziert am 19.09.2017  von Agnes Boos

Geistig fit bleiben mit Gedächtnistraining
Viele Senioren sorgen sich um ihre Gedächtnisleistung oder halten Vergesslichkeit für ein unabänderliches Symptom des Älterwerdens. Immer häufiger lässt sie ihr Gedächtnis im Stich, wenn Ihnen beispielsweise ein Name nicht einfällt, wenn Sie ihre Brille verlegen oder wenn Ihnen in einer Unterhaltung ein bestimmter Begriff nicht in den Sinn kommt. Solche Gedächtnisprobleme sind aber meist kein Zeichen eines deutlichen Abbaus des Gehirns, sondern oft ein altersbedingter Mangel an Konzentration.
Das Gehirn verändert sich zwar mit zunehmendem Alter, aber nicht alle Veränderungen wirken sich negativ auf die Gedächtnisleistung aus. Ältere Menschen benötigen mehr Zeit beim Aufnehmen und Verarbeiten neuer Informationen, sie profitieren jedoch von ihren Erfahrungen und können so Dinge besser einschätzen. Ihr Gehirn arbeitet nicht mehr so flexibel, weshalb sie sich auf neue Situationen weniger gut einstellen können. Dafür reagieren sie in vielen Situationen gelassener als Jüngere.
Senioren können den geistigen Abbauprozessen aber gezielt entgegenwirken. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich ein Training von Körper und Geist positiv auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Wer interessiert bleibt und sich weiterhin neuen Herausforderungen stellt, bleibt länger geistig fit.
 
Trainingsziele
“Use it or lose it.” Dieser Satz trifft auch für das Gedächtnis zu. Um es fit zu halten, ist es wichtig, regelmäßig zu trainieren und dem Gehirn abwechslungsreiche „Denkanstöße“ zu geben. Beim Gedächtnistraining steht der Spaß immer im Vordergrund. „Fordern aber nicht überfordern“ gilt daher als Trainingsmaxime. Im Einzelnen lassen sich folgende Fähigkeiten gezielt fördern:
 
  • Wortfindung oder assoziatives Denken
  • Konzentration
  • Denkflexibilität
  • Logisches Denken
  • Merkfähigkeit
  • Reaktion und Koordination

Ein abwechslungsreiches Training sollte einen guten Mix aus verschiedenen Trainingszielen bieten. Das macht eine Trainingsstunde für Teilnehmer abwechslungsreich und interessant und regt gleichzeitig verschiedene Hirnregionen an.

Folgende Beispielkarten zeigen, wie Konzentration, logisches Denken und Wortfindung trainiert werden können (aus: Agnes Boos: Farben, Zahlen, Formen und Buchstaben, Wörter, Sätze).




 
Motivation und Erfolgserlebnisse
Kursleiter sollten bei jeder Trainingsrunde die Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer im Blick haben. Niemand darf überfordert werden. Erfolgserlebnisse stärken das Selbstbewusstsein der Teilnehmer und den Spaß am Training. Regelmäßiges Wiederholen der Übungen zeigt den Lernerfolg auf. Es empfiehlt sich, eine Trainingsstunde mit leichteren Aufgaben zu beginnen, die sich an die gesamte Gruppe richten. Das fördert die Motivation und baut Ängste ab. Mit Beispiellösungen bei der Aufgabenstellung stellen Kursleiter sicher, dass alle Teilnehmer die Aufgabenstellung auch verstehen.
Und für das Ende einer Übungseinheit gilt: Klingt das Gedächtnistraining mit einer leichten Übung oder mit einer bei den Teilnehmern besonders beliebten Übung aus, nehmen diese am Ende der Stunde ein positives Gefühl mit auf den Weg!
 
Zur Autorin
Agnes Boos, ausgebildete Krankenschwester, Studium der Sozialwissenschaften, Sozialdienstleitung und Übungsleiterin Sport in der Prävention. Als zertifizierte Gedächtnistrainerin und Ausbildungsreferentin des Bundesverbandes Gedächtnistraining e.V. bietet sie Gedächtnis- und Konzentrationstrainings für Unternehmen und in Bildungseinrichtungen an. Ein Schwerpunkt in ihren Seminaren ist die Aktivierung der Gedächtnisleistung durch Bewegung.
 

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