Pfingsten - das vergessene Fest

Publiziert am 11.05.2017  von Redaktionsteam Spatz - Das Mitmach-Heft für Kinder von 4 bis 7 und ihre Eltern

Der Geburtstag der Kirche

An Pfingsten wird Geburtstag gefeiert: der Geburtstag der christlichen Kirchen. An diesem Tag nämlich wagten sich die Jünger Jesu zum ersten Mal nach seinem Tod an die Öffentlichkeit und erzählten anderen von Jesus und seinem Leben. Sie schafften es, die Menschen zu begeistern und so wurden es immer mehr, die an Jesus und Gott glaubten. Pfingsten wird aber nicht wie ein Geburtstag jedes Jahr am gleichen Tag gefeiert, sondern immer 50 Tage nach Ostern. Das kann man auch wortgeschichtlich erkennen, denn Pfingsten kommt vom griechischen Begriff "Pentecoste hemera" und das bedeutet so viel wie "der fünfzigste Tag". Das Pfingstfest liegt daher manchmal im Mai, manchmal aber auch erst im Juni.

Pfingsten: Sturm und Brausen

Was passierte an Pfingsten genau? Nach Jesu Tod trauten sich seine Jünger zunächst nicht, anderen Menschen von ihm zu erzählen. Zu tief saß ihnen die Angst in den Knochen. Warum dann aber doch? Weil etwas ganz Außergewöhnliches passierte: Als die Jünger einige Wochen nach Ostern wieder einmal mutlos zusammensaßen, kam plötzlich der Geist Gottes wie ein mächtiger Sturm in die Versammlung gebraust. Das Brausen war sehr stark und erfüllte das ganze Haus. Wie aus dem Nichts erschienen Flammen aus Feuer, die im Raum züngelten und sich auf die Freunde Jesu verteilten. So wurden sie alle vom Geist Gottes erfüllt und fassten neuen Mut.

Vielfalt der Sprachen

Doch das war nicht das einzige Außergewöhnliche, das die Jünger erlebten: Als die Jünger den Leuten von Jesus erzählten, wurden sie von allen verstanden - und das obwohl es sehr viele Menschen mit vielen unterschiedlichen Sprachen waren. Jeder verstand die Botschaft der Jünger in seiner eigenen Muttersprache.

Pfingstochse

Zu Pfingsten gibt es verschiedene Bräuche. Einer davon war früher weit verbreitet, aber auch heute noch gibt es ihn in manchen Gegenden: Ein Pfingstochse - prächtig geschmückt mit Blumen und Kränzen, mit Bändern und Glocken - wird in einem festlichen Zug durch den Ort und über die Felder geführt. Das hängt damit zusammen, dass es in vielen Gegenden Tradition war, das Vieh an Pfingsten zum ersten Mal auf die Weide zu treiben. Und das kräftigste Tier führte dabei als Pfingstochse den Zug an oder beendete ihn. Den Pfingstochsen gibt es aber in Süddeutschland nicht nur mit vier Beinen, sondern auch mit zwei: Als Pfingstochse wird nämlich auch derjenige bezeichnet, der als Letzter der Familie am Sonntag aus dem Bett kommt. Früher wurde dieser Pfingstochse sogar manchmal auf einer Schubkarre durch das Dorf gefahren.

Pfingsttaube

Und wie sieht es mit der Pfingsttaube aus? Die Taube ist ein Zeichen für den Heiligen Geist. Auf Bildern werden die Jünger Jesu an Pfingsten oft mit Feuerzungen über den Köpfen dargestellt, manchmal aber sind anstelle der Feuerzungen auch Tauben über den Jüngern zu sehen. Beide Symbole sollen den Heiligen Geist zeigen, der zu den Jüngern kam und sie ermutigte, die Botschaft von Jesus weiterzuerzählen. Früher ließ man in manchen Kirchen an Pfingsten sogar echte Tauben durch die Kirche fliegen - als Zeichen für den Heiligen Geist. Und auch heute noch erinnert in vielen Kirchen die Zeichnung einer Taube an der Kirchendecke daran.

Rose ohne Dornen

Von Pfingsten nicht wegzudenken ist die Pfingstrose - wunderschön und mit herrlichem Duft. Eine alte Legende berichtet hierzu: Zur Zeit Jesu lebte eine Frau in Galiläa, die gerne Jüngerin Jesu geworden wäre. Als sie von Jesu Tod erfuhr, ging die Frau in ihren Rosengarten und weinte voller Schmerz. Als die Frau von der Auferstehung Jesu und dem Pfingstfest erfuhr, lief sie wieder in ihren Rosengarten und erlebte ein Wunder: Alle Sträucher waren über und über mit Rosen bedeckt und diese hatten keine Dornen mehr - ein Symbol dafür, dass Gott das Leid in Freude verwandelt.

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