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Bildkarten in der Psychotherapie – Ein Erfahrungsbericht

Publiziert am 05.10.2021  von Christine Heinisch

Ich hatte gerade meinen Ausbildungsteil als Psychologische Psychotherapeutin in der psychotherapeutischen Praxis begonnen, als ich dort die Bildkarten von Don Bosco entdeckte. Sie sahen nicht nur hübsch aus, sondern lagen gut in der Hand und zeigten schöne, für Kinder passende Entspannungsübungen. Mittlerweile haben wir mehrere Sets in der Praxis mit je 30 Bildkarten, z.B.: "Ich bin ganz ruhig" – Autogenes Training, "30 Fantasiereisen", "Achtsamkeit und Körperwahrnehmung" und "30 Klopfübungen für die Körperwahrnehmung". Im Folgenden erzähle ich euch, warum und wie ich sie einsetze.

Nur Leistung, keine Entspannung

Manche Kinder kommen zu uns in die Praxis und berichten, dass sie sich ständig unruhig und angespannt fühlen. Ihre Gedanken kreisen sich sorgenvoll, das Herz rast und sie fühlen sehr oft Angst. Dies kann viele verschiedene Ursachen haben, aber ein häufiger ist Leistungsdruck. In der Schule sind gute Noten wichtig und auch in der Freizeit muss man immer wieder mal zu einem Turnier oder was vorführen. Der Leistungsdruck ist manchmal so hoch, dass wenig Zeit für Entspannung bleibt. Kommt dann noch eine familiäre Krise dazu, können die Kinder oft gar nicht mehr abschalten.

In der Therapie Entspannung neu lernen

Deshalb ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie, Entspannung regelmäßig zu üben und die Gedanken auf etwas Schönes zu lenken. Dazu gehört es, den Körper angenehm zu spüren, die Gedanken auf eine schöne Reise zu schicken oder ganz einfache Atem- oder Klopfübungen. Wir suchen mit jedem Kind nach der Methode, die es am besten entspannt: Träumen, Bewegen oder lieber ein kleines, stets gleiches Übungsprogramm?

Führung und Selbstbestimmung

Die wöchentlichen Entspannungsübungen haben auch noch Nebeneffekte in der Therapie. Sie sorgen durch die Regelmäßigkeit und Anleitung für Sicherheit, denn man weiß genau, was auf einen zukommt! Gleichzeitig möchte und soll jedes Kind aber auch in seiner Stunde selbst bestimmen können, was passiert. Schließlich geht es darum, dass jede:r seinen eigenen Weg findet, denn es gibt nicht "den einen richtigen Weg". Gerade hier können die Bildkarten beides vermitteln:
Vor der Stunde treffe ich immer eine kleine Vorauswahl, welche Bildkarten dem Kind gefallen könnten, die in der Stunde gut durchführbar sind. Von diesen Karten kann das Kind wiederum eine Karte selbst bestimmen, deren Übung dann durchgeführt wird. Ich leite an, beobachte, passe auch mal an und bin mit meiner ganzen Aufmerksamkeit dabei. So vermittle ich Sicherheit. Am Ende besprechen wir, wie gut es gelungen ist, sich auf die Übung einzulassen. Dieses Gespräch ist wichtig, denn hier erlebt das Kind, dass es selbst für seinen Körper Experte ist und bestimmt, welche Übungen sich gut anfühlen oder welche schwierig sind. Manchmal wähle ich deshalb beim nächsten Mal ganz andere Kartensets aus. Oft bleiben wir auch bei dem Set und probieren verschiedene Karten aus. Irgendwann entdecken die Kinder meist ihre Lieblingsübung, die sie selbst immer wieder einfordern. Dann ziehen sie einfach die Karte aus dem Set und strecken sie mir entgegen!  

Entspannen ohne Leistungsdruck

Es ist völlig okay, wenn die Entspannung mal mehr oder weniger eintritt. Wir üben den Körpersignalen zu vertrauen. Wir sind Menschen und keine Maschinen, die man auf Entspannung programmieren kann. Dennoch: Wenn die richtige Übung gefunden ist und regelmäßig geübt wird, führt dies dazu, dass der Körper viel schneller runterfährt, der Puls langsamer wird und der Atem ruhiger. Das ist ein schöner Therapieerfolg.

 

Dr. Christine Heinisch, Psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Entwicklungspsychologie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen, setzt ihre Forschungsschwerpunkte auf Elternverhalten und die Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung von Kindern. Ihr Wissen aus der Forschung bringt sie gern in der Praxis ein.

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