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Zusammen daheim: Sind wir nicht alle ein bisschen Corona?

Publiziert am 26.05.2020  von Catharina Fastenmeier

Wussten Sie schon ...?

Heilige gibt es ja für (oder gegen) alles und jeden! Gegen Vergesslichkeit, Nasenbluten oder für eine gute Schwangerschaft. Egal gegen welches Übel oder für welches erhoffte Gut dieser Welt – es gibt sicherlich einen Schutzheiligen, der Hilfe oder Abhilfe schaffen kann.

Wen wundert es da, dass es auch eine heilige Corona gibt!

Ihren Namenstag begeht Corona am 14. Mai. Sie ist Patronin bei Geldangelegenheiten – was bei der Rettung von Unternehmen sicherlich kein Schaden sein kann, der Schatzgräber und der Fleischer. (Welch merkwürdige Parallele, wenn man an die Hot-Spots in Schlachthöfen denkt.) Sie starb mit 16 Jahren als junge Märtyrerin, die in ihrem Glauben an Christus standhaft geblieben und für ihn gestorben ist. Es gibt sogar Kapellen, die der heiligen Corona gewidmet sind, zumindest in Oberbayern. Meine Schwägerin und mein Schwager schickten mir jüngst eine Karte.

Wer den Namen Corona trägt, der hat in diesem Jahr sicherlich nicht viel zu lachen. Denn obwohl die Heilige und das Virus auf den ersten Blick erst einmal nichts miteinander zu tun haben, dürfte der Name „Corona“ vor dem Jahreswechsel doch eher unbekannt gewesen sein. Nachdem das Corona-Virus unser Leben auf den Kopf gestellt hat und weiter stellt, ist er in aller Munde.

Was kann uns die heilige Corona sagen?

Auf den zweiten Blick kann sich eine interessante Verbindung aus dem ergeben, was uns das Virus und was uns die heilige Corona sagen kann.

Das Virus bringt uns mit voller Macht zu Bewusstsein: Wir sind nicht allmächtig (auch wenn wir gern so tun, als ob). Unser Leben kann sich schneller verändern, als uns lieb ist. Und: was gerade noch Normalität war, rückt ins Land der sehnsuchtsvollen Träume.

Wie alle Heiligen sah die heilige Corona sich von Gott behütet, egal, was passierte. Sie kann uns heute sagen: Wir sind nicht allein. Auch auf Lebenswegen, die uns verworren, sinnlos und (vor allem in der heutigen Zeit) ziel- und aussichtslos vorkommen, dürfen wir uns begleitet wissen. Dass sich legendarisch die heilige Corona auch zur Schutzheiligen vor Seuchen entwickelt hat, könnte ein Comeback für sie bedeuten.

Aus diesen beiden Aussagen kann sich ein Blick für die Zukunft entwickeln: Wir brauchen Mut und Gelassenheit, Demut und Energie, um diesen Weg zu beschreiten, doch wir gehen ihn nicht allein. Wir dürfen uns gewiss sein, dass Gott diesen Weg mit uns geht.

Manchmal hilft vielleicht auch eine gute Portion Humor. Wer sich selbst beobachtet, kann vielleicht feststellen, dass er Dinge tut, bei denen er sich vor Corona niemals hätte vorstellen können, dass er sie jemals tun würde. Hier ein kleiner Auszug:

Fünf Dinge, die ich vor Corona nicht getan habe:

  • Mir ein Niesen auf dem Spielplatz verkneifen, weil ich Angst habe, dass die anderen Mütter mich nach Hause schicken.
  • Aus der Schule nach Hause kommen, wo ich mir schon fünf Mal die Hände desinfiziert habe, und zu Hause gleich wieder Hände waschen.
  • Home-Schooling als Mama stemmen. (Puh! An dieser Stelle Respekt an alle die beim Home-Schooling-Wahnsinn mit dabei sind! Egal ob als Schüler, Eltern oder Lehrer.)
  • Mit einem Mundschutz einkaufen gehen.
  • Den Mundschutz nach dem Einkaufen vergessen und Auto damit fahren. Den Mundschutz nach dem Autofahren vergessen und damit kochen. Den Mundschutz nach dem Kochen vergessen und damit am Abendbrottisch sitzen. Mich wundern. (O.k., das ist noch nicht passiert, aber in meiner Fantasie ist das die nächste Stufe ...!)


Dass es in dieser ganzen Corona-Krise tatsächlich eine heilige Corona gibt, macht mir Mut. Neben dem Corona-Virus gibt es auch noch die heilige Corona, durch die Gott uns begleitet. Auf merkwürdigen Wegen. Auf anstrengenden Wegen. Auf Wegen, die nicht erkennen lassen, wohin sie führen. Und wegen dieser Zusage, begleitet zu sein und zu bleiben, ist es am Schluss beinahe tröstlich zu fragen: Sind wir nicht alle ein bisschen Corona?

Catharina Fastenmeier, Dipl.-Religionspädagogin, ist Gemeindereferentin in der Diözese Würzburg und arbeitet als Religionslehrerin in der Grundschule. Als Lehrerin und Mutter von Kita- und Schulkindern kennt sie die Corona-Situation sowohl aus der Schul- wie der Familienperspektive.

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