Kinderbibelgeschichten

Zusammen daheim: Beten mit Kindern unter Drei

Publiziert am 09.04.2020  von Viola M. Fromme-Seifert

Beten mit Kindern unter Drei – so geht das!

"Wenn wir mit den Jüngsten in der Familie oder in der Kita beten, hat das überhaupt einen Sinn?", fragen sich vielleicht einige. Verstehen die Kinder denn, was wir sagen? Diese Frage kann ich entschieden mit "Ja" beantworten. Beim Beten spüren auch sehr junge Kinder, dass sie nicht alleine sind: "Gott ist da. Mit ihm kann ich den Tag beginnen, reden, fröhlich oder traurig sein und den Tag beenden." Die Sprache der sehr jungen Kinder zeichnet sich zwar nicht durch Worte aus – noch sind sie sozusagen "Fremdsprachenlerner". Aber nonverbales Agieren, Bewegung und Spiel ist eine Sprache, die junge Kinder perfekt beherrschen.

Wir richten uns dennoch mit Worten an sie, die sie immer besser verstehen. Wenn die Worte in den Gebeten zusätzlich in Reimform daherkommen, umso besser, denn durch die Reime kommen Spaß und Schwung in den Körper. Besonders ansteckend sind dabei Fingerspiele und Körperbewegungen.

 

Hallo Gott! Hände wie eine Schale öffnen
Du bist in jeder Blume, Blume vor dem Körper mit den Händen wachsen lassen
du bist in jedem Tier, Mit den Fingern über den Arm laufen
du bist auch in mir! Auf sich selbst zeigen und hüpfen oder in die Hände klatschen

 

Was junge Kinder zutiefst bewegt – Anlass für das Beten mit kleinen Kindern

Orientieren sich die Gebete darüber hinaus an der Lebenswirklichkeit der Kinder und greifen damit deren Themen auf, werden die Kinder von Gebeten in dieser bewegten Gestalt angesteckt und wollen sie wiederholen.

So entsteht ein Ritual, das dem Leben und dem Alltag gut tut. Dieses Ritual vermittelt dem Kind: "Hier möchte ich sein, hier bin ich mit dem, was mich bewegt, ernst- und wahrgenommen. Hier bin ich aufgehoben, das gibt mir Sicherheit. Hier begegne ich Menschen, die mir zeigen, dass Gott mit dabei ist."

Auf diese Weise können wir verschiedene Bereiche der Lebenswirklichkeit junger Kinder "ins Gebet nehmen":

  • Die Freude an der Welt, Erleben und Entdecken
  • Das Bedürfnis nach Sicherheit und Halt
  • Das Entdecken und Wahrnehmen von Gefühlen
  • Das Bedürfnis nach Liebe und Freundschaft
  • Die Erfahrung des Dankens und Bittens
  • Die Strukturierung des Tages (Essen, Schlafen, Verabschieden)



 

Viola M. Fromme-Seifert, Dipl. Religionspädagogin, ist Fortbildnerin in zahlreichen Kitaprojekten im Erzbistum Paderborn und Bistum Münster, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der (Research Unit für Qualität und Ethik im Gesundheitswesen der) UMIT in Hall Tirol, zertifizierte GodlyPlay-Erzählerin. www.fromme-seifert.de

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