Im Religionsunterricht das neue Jahr begrüßen

Publiziert am 13.01.2020

Ein neues Jahr – Wünsche, Vorsätze und die Realität

In den vergangenen Wochen wünschten wir vielen Menschen ein „gesundes, neues Jahr!“ und starteten voller Motivation in die ersten Tage des Januars. Der Alltag holte einige von uns jedoch schnell ein, Vorsätze wurden wieder über Bord geworfen. Andere empfinden in den ersten Wochen gar so viel Stress, dass sie keine Zeit für das Bedenken persönlicher Wünsche und Ziele haben bzw. finden.

Kindern bleibt dieses Phänomen nicht verborgen. Und auch ihnen können wir eine Möglichkeit des Nachsinnens einräumen.

Ritual im Januar

Im Religionsunterricht der 3. und 4. Klassen können wir im Januar eine Stunde zum Anlass nehmen und über das neue Jahr nachdenken. Wir entfliehen jedem Neujahrs-Tumult und schaffen dagegen eine Möglichkeit zum Innehalten, Aussprechen von Wünschen und zur Reflexion.

Das neue Jahr unter den Schutz Gottes stellen
  • Dafür stelle ich zunächst eine goldene Schale in die Kreismitte. Sie symbolisiert die Kostbarkeit des Lebens, der eigenen, einmaligen Person.
  • Die Schüler/innen entwickeln Vorsätze, notieren diese auf kleinen Zetteln und legen sie in die Goldschale. Sie entscheiden dabei selbst, ob sie ihre Notizen der Gruppe mitteilen oder wortlos einwerfen möchten. Durch diese Entscheidungsmöglichkeit erfahren sie, dass sie im Unterricht keine Sorge vor Scham oder Bloßstellung haben müssen und sind dementsprechend freier in ihren Gedanken. Es entstehen – neben häufig genannten Vorsätzen wie „Ich möchte weniger am Tablet spielen/weniger Süßigkeiten essen/bessere Noten schreiben“ – ebenso tiefgründige, persönlichere Aussagen. Diese lauten vielleicht „Ich möchte zu dem neuen Freund meiner Mutter netter sein“ oder „Ich möchte in der Klasse endlich einen guten Freund finden“.
  • Wenn alle Vorsätze eingeworfen sind, stelle ich einen Regenbogen über die Goldschale. Die Kinder erinnern sich aus Klasse 1, dass der Regenbogen ein Symbol für den Bund zwischen den Menschen und Gott ist. Wir besprechen, dass Gott auch in diesem neuen Jahr bei uns ist, seine schützende Hand über uns hält und uns beim Umsetzen unserer Vorsätze begleitet.
  • Mit diesem wunderbaren Empfinden des Beschütztseins schreiben die Schüler/innen Gebete an Gott. Sie bitten ihn um ein gesundes, freudvolles Jahr sowie um die Unterstützung beim Erreichen der soeben formulierten Vorsätze.

Wir Religionslehrer/innen können damit nicht jeden Lernenden innerlich berühren. In jeder Gruppe befinden sich aber Kinder, die innerhalb solch einer Stunde Stärke und Gottvertrauen fühlen. Sie können das Jahr mit einer positiven Einstellung begrüßen. Ein Gefühl von „Hallo 2020, ich freue mich auf dich, habe viel mit dir vor und weiß, dass ich jederzeit von meiner Familie und von Gott beschützt werde“ liegt in der Luft.

Anna Rätz, 31, ist stellvertretende Schulleiterin in einer Dresdner Grundschule. Neben vielen schulorganisatorischen Tätigkeiten brennt ihr Herz für das Fach Religion. Sich mit Kindern über Gott, biblische Geschichten und das soziale Miteinander auszutauschen, ist immer wieder spannend, erfrischend und bereichernd.

 

 

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