Aus dem Leben einer Auszubildenden während der Corona-Zeit

Publiziert am 18.08.2020  von Dinah Francis

Unsere Auszubildende Dinah kann nicht nur Grafik! Nein, sie kann auch schreiben! Regelmäßig freuen wir uns auf ihren unterhaltsamen Ausbildungsbericht, denn er zeigt einen ganz individuellen Einblick in unser Verlagsleben. In diesem Bericht geht es vor allem um die Besonderheiten während der Corona-Zeit:

„Was ist schon normal? Eine Frage, die sich zuletzt wahrscheinlich viele von uns immer wieder gestellt haben. Einige werden wohl auch gedacht haben, dass das Jahr 2020 ganz besonders wird, in gewisser Weise stimmt das auch, habe ich mir immer eingeredet. Doch allmählich muss ich mir eingestehen, dass dieses Jahr nicht so blühend ist, wie ich mir das Anfang des Jahres ausgemalt hatte. Nichtsdestotrotz habe ich ein paar coole Sachen machen dürfen.

Messe

Was sich bei mir alles getan hat in den letzten Wochen und Monaten, das möchte ich mit euch heute teilen. Bevor die Corona-Krise losging (also ungefähr im Februar 2020) habe ich fleißig Messeplakate vorbereitet. Leider wurden Messen in diesem Jahr komplett abgesagt und meine Arbeit war mehr oder weniger umsonst. Klar sagen alle, die Plakate werden nächstes Jahr benutzt, aber das ist einfach nicht dasselbe. Das müsst ihr euch so vorstellen: Wochenlang lief mein Kopf auf Hochtouren. Das ganze schüttelt man ja nicht einfach so aus dem Ärmel und statt dass meine Arbeit am Schluss von Leuten gesehen wird, landet sie in einem der Ordner, die auf meinem Desktop liegen und im neuen Jahr möglicherweise von mir selbst verworfen werden, da mir die Gestaltung nicht mehr gefällt. Gehen wir vorerst weiter.

Schule

Mein letzter normaler Schultag spielte sich am 12.03.2020 ab, danach wurde sie geschlossen. Eine Woche später hätte ich Zwischenprüfungen gehabt, die ersatzlos gestrichen wurden. Ich weiß, was ihr denken könntet … dass ich das gar nicht schlimm finde und mich insgeheim gefreut habe. Da habt ihr absolut recht. Aber nur, weil ich diesem Prüfungsdruck nicht standhalten kann. Aber nicht nur Prüfungen, sondern auch schöne schulische Aktivitäten sind ausgefallen. Besonders schade war, dass ich meine Freunde nicht jeden Donnerstag sehen konnte, tatsächlich fehlte mir aber auch der Unterricht.
Es war auch wirklich eine Umstellung und anstrengend, 5 Tage in der Woche zu arbeiten. Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass das auf mich schon bald zukommen wird. Aber jetzt doch eigentlich noch nicht. Zum Glück darf ich wieder in die Schule (seit dem 14.05.), aber nur unter strengen Maßnahmen, die ich euch gerne näher erläutern möchte: Alle Klassen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, damit maximal 15 Schüler in einem Klassenzimmer sitzen. Ich habe Glück, mit mir sitzen nur 9 weitere Schüler in einem Raum. Sobald man den Schulgang betritt, gilt die Maskenpflicht. Beim Verteilen der Unterrichtsblätter müssen wir ebenso unsere Masken tragen. Es werden keine Noten mehr vergeben für dieses Schuljahr. Wir haben Unterricht und pauken den Stoff durch, damit es hoffentlich nächstes Jahr normal weitergeht.

Videos

Das habe ich zwei Monate lang intensiv gemacht: Mich exklusiv mit Videos beschäftigt. Für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben: Während der Coronazeit haben wir die „Zusammen-Daheim-Kampagne“ hochgezogen und diverse Anleitungs-Videos erstellt … was man mit seinen Kindern zu Hause machen kann, wie man mit den Kindern über die jetzige Situation spricht und was Eltern und ErzieherInnen und PädagogInnen auch in dieser besonderen Zeit brauchen. Auch diverse Teaser wurden erstellt und Download-Materialien.

Kreativ

Meine Lieblingsprojekte in dieser Zeit waren die, die ich für meine Kollegin Maria-Carmen machen durfte. Das erste war ein 6-seitiger Flyer, den ich frei gestalten durfte.
Das zweite Projekt war ein Musikplakat für einen Instrumentallehrer. Hier durfte ich ebenfalls einfach drauf loslegen. Leichter gesagt, als getan. Wie gehe ich vor, um solche Sachen zu gestalten? Das erste, was ich mache, ist, mir frischen Kaffee zu holen! Und dann durchsuche ich ganz Pinterest nach Designs jeglicher Art und lege für jedes Projekt ein eigenes Pinboard an. Das kann unterschiedlich lang dauern, ab und zu sitze ich 3 Stunden vor dem PC und schaue mir diverse Entwürfe an. Der nächste Schritt findet ebenfalls noch auf Pinterest statt. Und zwar ist das so, dass man unbewusst ähnliche Layouts gesammelt hat, und so kann man sich schnell festlegen, in welche Richtung es gehen soll. Klar … oft verwerfe ich meine fertigen Entwürfe bis zu 5-mal, bis ich glücklich mit dem Ergebnis bin. Und witzigerweise ist mein letzter Entwurf immer der beste!
Am Schluss habe ich noch ein Buch gestalten dürfen. Ein Almbuch. Was muss ich beachten, wenn ich ein Buch gestalte? Fürs Erste ist es wichtig, die Elemente eines Buches mit aufzuführen und zu gestalten, heißt: Umschlag, Schmutztitel, Impressum, Inhaltsangabe und Body (ein paar Seiten aufzeigen, damit man sieht wie der Fließtext daherkommt). Dabei ist es sehr hilfreich, wenn man sich erstmal Gedanken zum Seitenformat macht. Ich habe mich dabei an vorhandene Almbücher-Formate und Hütten-Bücher gehalten. Und wenn man das alles festgelegt hat, kommt es darauf an, dass man sich farblich festlegt. Das war es im Prinzip. Falls du Fragen hast oder noch mehr wissen willst, weißt du ja, wo du mich findest.

Fazit

Wandel, Veränderungen und Innovation. In meinen Augen sind wir als Verlag und auch als Team gewachsen. Ich weiß, es ist immer leichter im Nachhinein zu behaupten, dass alles gut gelaufen ist. Aber ich hatte das Gefühl schon zu Beginn der Zeit. Ich bin gerne ins Büro gegangen. Tatsächlich war das für mich eine kleine Oase, in der noch alles normal schien. Jeden Morgen saß mein Kollege Thomas schon an seinem Platz, ein vertrautes Gesicht. Und auch in so einer komischen Zeit hat unser Bereichsleiter Joe immer den richtigen Ton gefunden, um Thomas und mich zu motivieren, weiterzumachen und unbesorgt zu bleiben. Montags, wenn wir zu dritt im Büro waren/sind, hört man vermutlich lautes Lachen und spürt eine warme Ausstrahlung aus unseren Büros herausströmen. Nun ja, wenn das Dream-Team zusammenkommt, dann sind das nur die logischen Folgen. Während der ganzen Zeit sind wir jeden Tag hier gewesen und haben uns aufgebaut, teilweise waren Thomas und Joe die einzigen Personen, die ich in 3 Wochen gesehen habe. Nach und nach kamen weitere Kollegen ins Büro, Annegret und Simone beispielsweise, eine kleine Gruppe, die sich gegenseitig aufmunterte. Wieso erzähle ich das? Nun, wieder einmal mehr ist mir aufgefallen, wie besonders dieser Ort ist und wie besonders die Leute hier sind. Don Bosco Medien ist wegen seiner Mitarbeiter das, was es heute ist. In der Corona-Zeit hat mir die Arbeit hier am meisten Halt gegeben.
Natürlich war und ist es eine Zeit, in der keiner weiß, was genau passieren und wie es weitergehen wird. Dennoch finde ich, dass wir als Verlag gewachsen sind. Viele haben das Homeoffice für sich entdeckt oder den Arbeitsplatz im Büro ganz neu zu schätzen gelernt. Viele haben sich an neue Projekte gewagt und gesehen, was alles zustande kommen kann, wenn alle auf ein Ziel hinarbeiten. Ich finde, wir können sehr stolz auf uns sein, was wir geleistet haben. Wie schnell wir uns neu formiert und strukturiert haben. Mein Fazit: Jedem fällt bestimmt eine Sache ein, auf die er stolz ist, was er oder sie in dieser Zeit geschafft oder entdeckt hat. Weißt du schon, auf was du stolz bist? Nein? Dann nimm dir jetzt die Zeit dafür. – Hiermit verabschiede ich mich, Tschüss!“

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