Zippora erzählt: Die Hirten und das Wunder von Bethlehem

Publiziert am 02.12.2019  von Martina Helms-Pöschko

Die Hirten und das Wunder von Bethlehem – ein Hirtenspiel zur Weihnachtszeit

Wir tragen eine tiefe Sehnsucht in unseren Herzen nach Geborgenheit, Sicherheit, Vertrauen und Liebe. Diese Sehnsucht wird an Weihnachten bei vielen Menschen wieder lebendig, jedes Jahr werden die Menschen auf eine besondere Art und Weise angerührt, Erinnerungen an lieb gewohnte Traditionen und Rituale aus der Kindheit erwachen – dies soll auch heute den Kindern geschenkt werden. Die Vorweihnachtszeit ist eine besonders schöne Zeit, und in dieser Zeit gilt auch: Gemeinsames TUN ist kostbarer als jedes Geschenk, im gemeinsamen Tun steckt Achtsamkeit und Wertschätzung und Zeit für das Kind, Zeit für Gespräche, Zeit für die Gemeinschaft. Dieses Weihnachtsspiel ist ein Ausdruck der Gemeinsamkeit.

Hier gibt es das Hirtenspiel als Gratis Download:

Vorbereitung:

  • Ein kuscheliges Schaffell

  • Käse und Milch

  • Kräuter

  • Feuer-Holz

  • Stoffe zum Umhängen und zum Wärmen

  • Für den Stall zwei bis vier Stühle mit braunen Tüchern abhängen, davor in eine Kiste mit Stroh eine Puppe legen, evtl. mit Palmen oder Zimmerpflanzen schmücken

  • Sterne, die mit folgenden Begriffen beschriftet sind: Liebe“, „Frieden“, „Glück“, „Vergebung“, „Gnade“ und vor dem Stall abgelegt werden

 

Einstieg: Zippora

Hallo Kinder!

Da bin ich. Darf ich mich vorstellen?
Ich heiße Zippora und bin schon über halbe Hundert Jahre alt, ganz schön alt, ich weiß. Ich wohne ganz in eurer Nähe, in einem alten Stall, der ist sehr gemütlich und warm. In diesem Stall wohnt auch noch eine kleine Maus, die heißt Benjamin, und noch ein kleines Schaf mit dem Namen Sarah.

Wir leben zusammen und wenn wir Lust haben, dann öffnen wir die alte Schatztruhe in der Ecke: Die steht auf einem wertvollen alten Teppich aus rotem Samt. In der Kiste sind Geschichten, alte Geschichten. Über der Schatzkiste da ist ein alter Leuchter, damit wir besser sehen können. Der schenkt uns Licht und dann fühlen wir uns so richtig pudelwohl.

Uns gefallen die Geschichten so gut, dass wir sie euch gerne erzählen möchten. Sarah und Benjamin sind daheim im Stall, die beiden schlafen noch, ich aber bin bei euch, um eine Geschichte zu erzählen …

Das komplette Hirtenspiel mit Liedern finden Sie im Download. Die Lieder wurden vom Autor Christian Hüser freundlicherweise zum Anhören auf spotify zur Verfügung gestellt.

 
Zippora erzählt

Es geschah vor über zweitausend Jahren, Jesus wurde geboren: der König der Liebe und des Friedens für die Menschen auf der Erde.

Die Hirten auf dem Feld haben davon gehört, alle Menschen erzählten sich aufgeregt die frohe Botschaft: „Der Retter ist da, der Friedensfürst, Gottes Sohn ist geboren, in einem Stall zwischen Ochs und Esel liegt er auf Heu gebettet.“

Lied der Hirten: Groß ist unsre Freude, erfüllt ist unser Herz ... (hier gehts zur Hörprobe)

Die Hirten waren ganz aufgeregt: Sie wollten dem Kind etwas bringen, um ihre Freude zu zeigen und den Eltern eine Freude zu machen. Aufgeregt suchten sie zusammen, was sie finden konnten:

(Kinder sprechen als Hirten:)

Ich nehme ein Schafsfell mit.

Ich nehme Käse und Milch mit.

Ich nehme das frische Brot mit.

Ich bringe die heilsamen Kräuter.

Ich werde das Holz tragen, damit das Kind es warm hat.

Ich hole die schönen Stoffe für die Mutter des Kindes.

(Die Kinder tragen die Materialien zusammen: ein kuscheliges Schafsfell, Käse und Milch, heilsame Kräuter, Holz für ein wärmendes Feuer, Stoffe zum Umhängen und zum Wärmen.)

Alle Hirten freuten sich auf den Ausflug zu dem kleinen König. Dabei bemerkten sie nicht, dass sich ein Dieb anschlich, er hieß Thomas …

(Die Hirten stehen mit dem Rücken zu Thomas, dem Dieb, der sich an die Hirtengruppe anschleicht.)

Leise und unbemerkt war der kleine Dieb zu den Hirten getreten, um zu lauschen, was es Neues geben könnte. Die Hirten wussten immer so gut Bescheid – und wo der kleine Dieb als nächstes Menschen bestehlen könnte, die auf der Reise waren. Oft kamen sie auf Kamelen, Pferden oder Eseln. Diese Menschen waren so reich, die bemerkten doch gar nicht, wenn etwas fehlte. Jetzt hörte er die Neuigkeit: Ein König war geboren? Thomas, der Dieb, spitzte die Ohren ...

(Er tritt leise näher, um alles zu hören.)

Thomas, der Dieb, malte sich schon aus, was er alles klauen würde und dass er dann weglaufen würde in ein anderes Land mit dem geklauten Hab und Gut von dem neuen König.

Lied: Gold und Silber in der Hand ist das, was mir gefällt ... (hier gehts zur Hörprobe)

Thomas, der Dieb, rieb sich die Hände und er dachte sich eine Plan aus: „Wenn die Hirten schlafen, dann beklaue ich sie und dann gehe ich mit den geklauten Sachen zu dem König. Die werden sich alle so freuen, dass sie gar nicht bemerken werden, dass ich alles, was wertvoll ist, mitnehme. Gold, Silber, Edelsteine, edle Stoffe – ach wie schön wird dann mein Leben sein: nie mehr klauen, nur noch leben – wie gut, dass ich zu den armen Hirten kam. Ich bin so hungrig, ich habe schon seit Tagen nichts mehr gegessen.“

Die Hirten aber legten sich ans Feuer zum Schlafen.

(Musik erklingt / Instrumentalstück )

Thomas, der Dieb, schlich sich ganz leise an die Hirten und hörte auf ihr Schnarchen. Er stieg über die Hirten drüber und holte sich das Fell, Käse und Milch. Dabei biss er kräftig vom Käse ab und auch vom Brot – mhm, war das frisch und schmeckte! Die Kräuter ließ er liegen und auch das Holz. Nur die Stoffe, die so fein waren, auch die nahm er leise an sich.

Die Hirten bemerkten gar nicht, dass sie bestohlen wurden, sie schliefen tief und fest und auch die Schafe bemerkten nichts von dem Dieb. Der schlich sich leise auf Zehenspitzen davon. Über ihm funkelten die Sterne. So machte sich Thomas, der Dieb, auf den Weg zum Stall von Bethlehem. Die Nacht war dunkel und kalt, er musste gut aufpassen, dass er nicht stolperte und alles, was er in den Händen trug, verlor.

Plötzlich stand er vor dem Stall:

(Der Dieb bleibt mit all seinen Dingen vor dem Stall stehen.)

Es war ganz hell, da sah Thomas, der Dieb, einen Engelschor vor dem Stall und sein Herz schlug schneller vor Aufregung:

(Kinder als Engel stehen zusammen und singen das Lied:)

Lied: Lied der Engel – Frieden, Frieden, Frieden wird jetzt sein ... (hier gehts zur Hörprobe)

(Im Stall steht eine Krippe/Kiste mit einer Puppe in Windeln gewickelt.)

Plötzlich wurde es Thomas ganz mulmig, mit zitternden Knien ging er zum Stall. Er schaute auf das Kind. Da strahlte das Kind den kleinen Dieb an und streckte ihm seine Ärmchen entgegen.

Der Dieb ließ alles fallen und kniete sich vor das Kind. Tränen liefen über sein Gesicht, denn er spürte die Liebe und war erfüllt von ihr. Sein Diebesgut ließ der kleine Dieb einfach liegen. So stand er da und weinte.

Inzwischen waren auch die Hirten angekommen: Sie hatten bemerkt, was alles fehlte. Doch als sie den kleinen Dieb sahen, hatten sie Mitleid mit ihm. Er war ja allein.

Die Hirten halfen ihm auf und nahmen ihn bei sich auf: Nun musste er nicht mehr stehlen. Er hatte eine Familie gefunden und war reicher als der reichste Mensch der Welt, denn Liebe kann sich keiner kaufen.

(Die Hirten und die Engel stehen zusammen und singen:)

Lied: Das Wunder von Bethlehem ist heute Nacht geschehen ... (hier gehts zur Hörprobe)

(Die Kinder halten Sterne in Händen, die mit Begriffen „Liebe“, „Frieden“, „Glück“, „Vergebung“, „Gnade“ beschriftet sind.)

 

Das war das Wunder von Bethlehem. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, weil er die Menschen liebt. Bis heute feiern wir die Geburt von Jesus und zeigen damit auch Gott unsere Dankbarkeit.
Schöne friedliche Weihnachten, liebe Familien!

 

Noch mehr Geschichten von Zippora könnt ihr erfahren in: Kommt, wir entdecken das Kirchenjahr. Das große Praxisbuch mit Liedern, Geschichten und bewegten Spielen im Kindergarten, ab Januar 2020.

 

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